Jahreswechsel 2020/2021

Rückblick 2020 – Ausblick 2021

Das Jahr 2020 ist Geschichte!
Gott sei Dank“ wird an diesem Sylvester wohl die große Mehrheit sagen. Corona hatte nicht nur – sondern auch – unser Fliegerleben völlig durcheinander gewirbelt. Dabei hatte ich meine neue Website „UL-Motorsegelflug.de“ am 01.01.2020 noch so hoffnungsvoll mit meinem ersten Blog „Letzter Flug der Kilo-Bravo“ gestartet. Meine nicht enden wollenden Motorprobleme, die mir die Saison 2019 komplett „verhagelt“ hatten, konnten auf dem letzten Meter, knapp vor Saisonende, endgültig behoben werden. Mit einem wunderschönen Flug nach Vilshofen und zurück, konnte die Katastrophensaison 2019 doch noch mit einem Erfolgserlebnis abgeschlossen werden.
Zufrieden hatte ich meine Kilo-Bravo danach im Hänger „eingemottet“. Endlich konnte ich mich jetzt auch intensiv mit dem Aufbau meiner neuen Website beschäftigen. Nach langem Kampf war ich dann zum Jahreswechsel 2019/2020 so weit, dass ich die ersten Artikel von der alten auf die neue Website übertragen hatte. Der Umstellungsprozess gestaltete sich weit schwieriger als befürchtet.

Die Vorfreude auf eine gute Flugsaison 2020
Hoffnungsvoll träumte ich von einem frühen Saisonbeginn 2020, sowie von vielen schönen Flugerlebnissen, über die ich schreiben wollte. Dann zogen am östlichen Horizont jedoch graue Corona-Wolken auf, die sich mit der Zeit immer mehr verfinsterten. Bevor ich auch noch an die Flugzeugvorbereitungen zum Saisonstart richtig denken konnte, war Corona auch bei uns zum handfesten Problem mutiert. Flugplätze wurden für den Vereinsbetrieb gesperrt. Dann wurde der „kleine Grenzverkehr“ zwischen Deutschland und Österreich unterbunden.

Inzwischen musste ich mich einer Operation mit anschließender Reha unterziehen. Coronabedingt wurde der erste OP-Termin, auf den ich schon acht Wochen warten musste, dann zwei Tage vor dem geplanten Termin Ende März, um weitere vier Wochen verschoben. Für mögliche Corona-Patienten mussten Intensivbetten freigehalten werden. Am 18. April war dann aber auch die OP erfolgreich abgehakt, zur Anschlussheilbehandlung sollte es direkt nach der Entlassung gehen. Inzwischen war die Reha-Klinik jedoch wegen Coronafällen in der Klinik geschlossen worden. Neuaufnahmen auf unbestimmte Zeit verschoben. Mit  sechswöchiger Verspätung konnte ich die Reha anfangs Juni endlich antreten. Die Wartezeit habe ich derweil für einen langsamen Konditionsaufbau mit Nordic-Walking genutzt.

Auf den Tag genau vier Wochen nach OP war ich körperlich und kräftemäßig endlich wieder so weit, dass ich meinen Song nach 6 1/2 Monaten „Dunkelhaft im Hänger“, wieder an die frische Luft holen und für die bevorstehende Flugsaison vorbereiten konnte. Inzwischen war der Grenzübertritt ins rot-weiß-rote Nachbarland zumindest wieder tagsüber mit entsprechender Genehmigung möglich geworden.

Zwei Tage eingehende Sicht- und Funktionsprüfungen im Rahmen einer „erweiterten Jahresnachprüfung“, diverse Motorprüfläufe mit kleineren Vergaserkorrekturen, dann am 18. Mai 2020 der erste Werkstattflug. In den nachfolgenden Tagen dann immer längere Flüge mit Start und Landung in Schärding. Ausflüge nach Deutschland mit Landung auf einem deutschen Flugplatz waren nur mit vorheriger Anmeldung am Zielflugplatz und vorheriger Genehmigung möglich, so dass ich auf dieses zusätzliche TamTam erst einmal verzichtet habe.

Am 02.Juni dann die erste Landung auf einem anderen Platz und wegen des nicht erforderlichen Genehmigungsaufwandes in Ried-Kirchheim (A). Zwei Tage später dann endlich die sehnlichst erwartete Anschlussheilbehandlung in der Reha-Klinik. Kleiner Wehrmutstropfen dabei – wieder drei Wochen Flugabstinenz. Und obwohl das Thema Corona natürlich auch die Abläufe in der Reha-Klinik stark beeinträchtigt hatten, konnte ich die Reha nach drei Wochen, physisch und psychisch gestärkt beenden.

Inzwischen war die Grenze wieder ganz normal passierbar und Flugplätze in Deutschland konnten im grenzüberschreitenden Flugverkehr ebenfalls wieder ganz normal angeflogen werden. Der eigentliche und richtige Saisonstart 2020 konnte somit beginnen. Inzwischen war es Mitte Mai. Vilshofen und Eggenfelden waren die ersten Plätze, die ich auf deutscher Seite anfliegen wollte. Motortechnisch war alles in Ordnung, so dass ich mich, langsam aber sicher, immer weiter von Schärding wegtrauen konnte.

Endlich konnte ich meine Flüge im Song wieder in vollen Zügen genießen. Vorbei war die frühere ständige Angst, dass der Motor plötzlich schütteln oder stehen bleiben könnte. Frohen Mutes machte ich mich am 08. Juli auf den Weg nach Mühldorf am Inn. Mit 71 km Flugdistanz die bisher längste Strecke mit viel „Niemandsland“, ohne große Möglichkeit auf einem Ausweichplatz zu landen. 57 Minuten nach T/O Schärding bin ich wohlbehalten und überaus glücklich, erstmals auf dem Verkehrslandeplatz Mühldorf gelandet. Flieger geparkt, ein nettes und längeres Gespräch mit Kollegen auf dem Tower. Vor dem Rückflug noch ein Besuch im Flugplatzrestaurant mit Pizza auf der Terasse, dann Rückflug nach Schärding.

T/O EDMY 12:38 UTC bei schönstem sonnigen Sommerwetter. Auf dem Rückweg war mäßiger Rückenwind zu erwarten. Start und Abflug verliefen normal. In einer großen Linkskurve ging es im Steigflug auf Kurs Richtung Schärding. Nichts deutete zu diesem Zeitpunkt darauf hin, dass dieser Flug ein ganz besonderes Flugerlebnis werden würde. In 4.000 – 4.500 ft/MSL geht der Flug gemütlich zurück in Richtung Heimatplatz. Kurz vor Bad Füssing beginne ich mit einem dezenten Sinkflug. In 3.500 ft/MSL dann plötzlich ein explosionsartiger Knall, der meinen Song aus heiterem Himmel vom Motorsegler in einen antriebslosen Segelflieger verwandelt. Notlandung auf einem kleinen Modellflugplatz in 8 km Entfernung. Die ganze Geschichte hatte ich zuvor bereits in einem eigenständigen Blog ausführlich beschrieben.

Inzwischen sind knapp sechs Monate vergangen und die Felder sind alle abgeerntet. Zum Glück haben sich meine Befürchtungen bisher nicht bestätigt. Bis jetzt hat sich keiner der von mir aufgesuchten Landwirte aus der Gegend des Propellerverlustes gemeldet. Ein Drittschaden an einem Mähdrescher oder Kreiselmäher scheint demnach nicht mehr zu erwarten sein. Mittels meiner IGC-Datei aus dem Flarm konnte ich den Ort des Geschehens recht genau bestimmen.
D-MZKB_Flarm-IGC-Auszug_Position-PropellerverlustDas rote Flugzeugsymbol zeigt den wahrscheinlichen Ort des Propellerverlustes
Neben landwirtschaftlich genutzten Feldern gibt es in der Gegend allerdings auch Waldflecken mit kleineren Tümpeln und Teichen, sowie einiges an Brachland. Mehrmalige Versuche, den abgesprengten Propeller dort vielleicht doch noch aufzuspüren, sind bisher leider fehlgeschlagen. Die Suche werde ich aber auch in den Wintermonaten weiter fortsetzen, obwohl die Erfolgsaussichten wahrscheinlich recht bescheiden sind.

Fünf Wochen nach dem Vorfall war die erforderliche Getriebereparatur abgeschlossen und ein neuer Propeller montiert, so dass ich danach noch insgesamt 19 weitere Flüge durchführen konnte. Inzwischen steht die Kilo-Bravo wieder einmal „wintertauglich“ verpackt in ihrem Hänger, für den ich für die Zeit der Überwinterung einen trockenen Hallenplatz in einer unserer Vereinshallen am Flugplatz Schärding bekommen konnte.

Erneuter Lockdown war zu erwarten
Die lange vorhergesagte zweite Coronawelle, einhergehend mit einem erneuten Lockdown war wohl zu erwarten. Wieder einmal ist die Grenze geschlossen, diesmal ohne Ausnahmen. Gerade noch rechtzeitig hatte ich Flieger und Hänger für die Überwinterung vorbereiten können. Jetzt kann und muss ich einfach in Ruhe abwarten, bis es irgendwie und hoffentlich im zeitigen Frühjahr, wieder weiter geht.

Ausblick auf die Saison 2021
Was die Saison 2021 bringen wird, das kann in diesen coronabedingt verrückten Zeiten keiner sagen. Doch mit zunehmender Verfügbarkeit von Impfstoffen, sowie dem kommenden Frühjahr bleibt zu hoffen, dass sich die Situation im Land ganz langsam entspannen und in kleinen Schritten normalisieren wird.

Schlimmer als das Jahr 2020 kann 2021 fast nicht werden. Vorausgesetzt, dass jeder von uns die kommenden Monate coronafrei überstehen wird. Das hoffe und wünsche ich nicht nur für mich, sondern für uns alle!

In diesem Sinne wünsche ich allen Lesern einen gutes Jahr 2021.
Leid bleibds gsund!

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2 Kommentare

  1. Hallo Klaus,
    danke für Rück- & Ausblick und alles Gute für 2021!
    Herzliche Grüße aus der Nordost-Oberpfalz: Siggi
    ——————————————————
    Hallo Siggi,
    danke und auch dir alles Gute, vor allem Gesundheit!!!
    Schöne Grüße aus Bad Füssing
    Klaus

  2. Hallo Klaus,
    ein gesundes und zufriedenes Neues Jahr mit vielen erlebnissreichen
    Flügen wünsche ich dir.

    Wie sagt der Hotzenwälder, blib Gsund und Gfräss.!!

    Schöne Grüße
    Werner

    Hallo Werner,

    danke für die guten Wünsche! Gleiches wünsche ich ich auch dir/euch!!!

    Schöne Grüße aus Bad Füssing
    Klaus

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